Wissen · E-Rechnung
Was ist Peppol BIS Billing 3.0?
Aufbau einer Rechnung nach BIS Billing 3.0
BIS Billing 3.0 definiert zwei Dokumenttypen: die Rechnung (Invoice) und die Rechnungskorrektur (Credit Note). Beide sind für die Syntax UBL beschrieben. Für die Rechnung gibt es zusätzlich eine Bindung an CII.
Welche Dokumenttypen ein Empfänger annimmt, steht in seinem Eintrag im SMP, getrennt nach Syntax. Eine CII-Rechnung kann deshalb nur an Empfänger zugestellt werden, die diesen Dokumenttyp registriert haben. Ihre Software muss den Eintrag vor dem Versand abfragen, in der Regel über die Schnittstelle ihres Access Points. Bei fehlender Registrierung kann sie ein anderes registriertes Format wählen oder den Anwender informieren.
Gutschriften im umsatzsteuerlichen Sinn, bei denen der Leistungsempfänger abrechnet (Self-Billing), deckt BIS Billing 3.0 nicht ab. Dafür hat OpenPeppol mit BIS Self-Billing 3.0 eine eigene Spezifikation mit eigenen Kennungen.
Zwei Kennungen im Dokument zeigen, dass es sich um eine Rechnung nach BIS Billing 3.0 handelt. Die
Spezifikationskennung in BT-24 lautet
urn:cen.eu:en16931:2017#compliant#urn:fdc:peppol.eu:2017:poacc:billing:3.0, die
Prozesskennung in BT-23 urn:fdc:peppol.eu:2017:poacc:billing:01:1.0. Die
Spezifikationskennung bestimmt, gegen welche Regeln ein Validator die Datei prüft.
Die Spezifikation auf docs.peppol.eu beschreibt alle Felder, Codelisten und Regeln.
Prüfregeln von BIS Billing 3.0
Eine Rechnung nach BIS Billing 3.0 wird gegen drei Regelwerke geprüft, gegen das XML-Schema ihrer Syntax (UBL oder CII), gegen die Geschäftsregeln der EN 16931 und gegen die Regeln von OpenPeppol.
Die Regeln von OpenPeppol tragen die Präfixe PEPPOL-EN16931 und PEPPOL-COMMON.
Hinzu kommen länderspezifische Regeln. Sie werden nur angewendet, wenn der Ländercode des Verkäufers dem Land der Regeln entspricht, entweder in seiner Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (BT-31) oder in seiner Anschrift (BT-40). Die Regeln beantragt und pflegt die Peppol Authority des jeweiligen Landes.
Wie Sie die Meldungen eines Validators auswerten, zeigt unser Beitrag E-Rechnung validieren und den Prüfbericht richtig lesen.
Releases und Pflichttermine
OpenPeppol veröffentlicht Änderungen an BIS Billing 3.0 zweimal im Jahr, im Mai und im November, als Releases mit dritter Versionsstelle, etwa 3.0.20 und 3.0.21. Ein Release kann Regeln verschärfen, Codelisten erweitern oder Fehler in bestehenden Regeln beheben.
Die Änderungen je Version und die Pflichttermine stehen in den Release Notes von OpenPeppol.
Für Ihre Software heißt das, dass Sie jedes Release vor dem Pflichttermin prüfen und Ihre Tests mit dem neuen Regelwerk ausführen sollten. Ab dem Pflichttermin validieren Access Points gegen das neue Regelwerk. Eine Rechnung, die nur das alte erfüllt, kann dann abgelehnt werden.
BIS Billing 3.0 und XRechnung
BIS Billing 3.0 und XRechnung sind beide Anwendungsspezifikationen der EN 16931 und lassen sich beide über das Peppol-Netzwerk übertragen. Die Pflichtfelder unterscheiden sich im Detail. XRechnung verlangt zum Beispiel in jedem Fall die Käuferreferenz (BT-10), bei Rechnungen an Behörden steht dort die Leitweg-ID. BIS Billing 3.0 verlangt die Käuferreferenz oder eine Bestellreferenz (BT-13).
Wann Ihre Software welches Format erzeugen und lesen sollte, vergleicht unser Beitrag XRechnung, ZUGFeRD und BIS Billing 3.0.
Rechnung nach BIS Billing 3.0 prüfen
Eine einzelne Datei können Sie mit dem kostenlosen E-Rechnungs-Validator von InvoiceRails gegen die EN 16931 und die Peppol-Regeln prüfen, ohne Anmeldung. In Ihrer Software übernimmt die InvoiceRails-API die Validierung vor dem Versand und prüft gegen das Regelwerk des jeweils verbindlichen Releases.